Der Verein «Freunde des Regionalen Naturparks Diemtigtal» lud letzten Mittwochnachmittag zum ersten Workshop «Unterhalt Insektenhotel» ein. Der Naturpark wurde von der Gemeinde Ittigen/BE vor Jahren mit Bäusätzen für vier grosse Insektenhotels beschenkt. Diese stehen auf Gemeindeboden Diemtigen verteilt, an sonnigen, wettergeschützten Standorten und – sehr wichtig – umgeben von naturbelassenen Wiesen, Obstbäumen oder Gärten mit vielfältigem Blütenangebot für die fleissigen Wildbienen.
Der jährliche Unterhalt dieser Nisthilfen für Wildbienen ist aufwändig. Die alten, unbesetzten Stängel müssen nach 2 – 3 Jahren durch neue ersetzt werden. Die gleichmässigen Äste und Stängel von Weide, Buche, Holder und grossen Blumen, wie die Wegwarte werden geschnitten und gebündelt gut ein Jahr getrocknet. Danach werden die Hölzer und Stängel auf 14 cm Länge zugeschnitten und, eingeklemmt im Schraubstock, mit der Bohrmaschine auf Bohrlänge gelocht.
Die Wildbienen finden an verschiedenen Stellen ihre Nistplätze. Viele Arten bauen ihre Waben in Sand, andere nur in Lehm, unter einer dichten Grasdecke in der Erde oder in Trockenmauern. Viele nutzen bereits vorhandene Hohlräume in Totholz, Baumstrünken, Zaunpfählen oder nisten sich in dürren Pflanzenstängeln, leeren Schneckenhäusern oder eben in einem Insektenhotel ein. Nach der Verproviantierung der Brutzellen mit Pollen und Nektar, legt das Weibchen ein Ei auf den Nahrungsvorrat und verschliesst die Zelle. Im Innern schlüpft die Larve nach wenigen Tagen aus und verzehrt den Pollen-Nektar-Vorrat innert 3-4 Wochen. Danach spinnt sie sich in einen schützenden Seidenkokon ein, worin sie die Ruhezeit in der kalten Jahreszeit überdauert. Im nächsten Frühling verpuppt sich die Larve und nach 2-3 Wochen erfolgt die Verwandlung zum geflügelten Insekt. Sie schlüpft aus der Brutzelle aus und ein neuer Zyklus beginnt.
Viele mögen sich fragen, wozu so eine Wildbiene denn dient? Sie spielt im Ökosystem eine wichtige Rolle. Durch die Bestäubung trägt sie zur Fortpflanzung von Blütenpflanzen bei. Naturnahe Gärten sind wertvolle Bienenlebensräume. Zur Wiederherstellung des ursprünglichen Artenreichtums in unserer Kulturlandschaft bedarf es aber auch einer pestizidfreien und umweltverträglichen Landwirtschaft.
So durften wir an diesem Nachmittag mit 17 einsatzfreudigen Vereinsmitgliedern im Schöpfli unseres ehemaligen Vereinspräsidenten Christian Germann etliche Nisthilfen bereitstellen, füllten die Insektenhotels auf und frönten nebenbei ausführlich dem gemütlichen Vereinsleben.
Heidi Wampfler, Präsidentin
Verein Freunde des Regionalen Naturparks Diemtigtal







