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HEARTLESS TATTOO – Nah an Thun und trotzdem mitten in der Ruhe

HEARTLESS TATTOO: Wo der Name täuscht und die Herzlichkeit zählt

Im Interview gibt Dominik Gerber, Inhaber von HEARTLESS TATTOO, einen persönlichen Einblick in sein Geschäft, die Entstehung des Namens und die Idee dahinter.

Doch warum eigentlich HEARTLESS – also «herzlos»?

«Der Name hat mit dem Geschäft eigentlich gar nichts direkt zu tun», erzählt Dominik Gerber. Als er sein Tattoo-Studio gründete, war er auf der Suche nach einem passenden Namen. Gross Gedanken habe er sich damals zunächst gar nicht gemacht. Die Idee kam vielmehr aus einer früheren Zeit: Bereits ein bis zwei Jahre vor der Geschäftsgründung hatte er mit einem Grafikprogramm einmal ein Logo entworfen und dabei den Schriftzug HEARTLESS verwendet. Die beiden «S» am Ende setzte er so gegeneinander, dass daraus die Form eines Herzens entstand.

Als es später darum ging, seinem eigenen Geschäft einen Namen zu geben, erinnerte er sich wieder an dieses alte Logo. «Das hat sich irgendwie gerade angeboten, dass ich das brauchen kann», erklärt er.

Heute sorgt der Name bei vielen Kundinnen und Kunden für Gesprächsstoff. «Viele kommen und sagen: Du bist ja gar nicht so herzlos, wie dein Name sagt», erzählt Gerber mit einem Schmunzeln.

Gerade dieser Kontrast gefällt ihm. Denn wer HEARTLESS TATTOO hört, erwartet vielleicht zunächst etwas anderes. Beim Betreten des Studios zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild: eine angenehme, persönliche Atmosphäre und eine Einrichtung, in der viel Liebe zum Detail steckt.

HEARTLESS steht deshalb nicht unbedingt für das, was man auf den ersten Blick vermuten könnte – sondern macht neugierig. Und genau dieser Gegensatz zwischen dem Namen und der herzlichen Atmosphäre ist ein Teil dessen, was das Studio besonders macht.

Vom Schreiner zum Tattoo-Künstler

Dominik Gerbers Weg in die Tattoo-Welt begann bereits im Alter von 15 Jahren. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Lehre als Schreiner im Küchen- und Möbelbau. Doch schon während dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft für das Zeichnen und Tätowieren.

«Mit 15 habe ich mein erstes Tattoo gemacht, und das hat mich sofort fasziniert», erzählt Gerber. Er zeichnete schon immer gerne und tauchte mit der Zeit immer tiefer in die Welt der Tätowierungen ein. Während seiner Sommerferien besuchte er verschiedene Tattoo-Studios, knüpfte Kontakte zu Tätowierern und wollte möglichst viel darüber erfahren, wie der Beruf funktioniert.

Auch nach seiner Lehre blieb der Wunsch bestehen, irgendwann selbst zu tätowieren und ein eigenes Geschäft aufzubauen. Gerber wechselte zunächst noch mehrmals den Arbeitgeber und sammelte weitere Berufserfahrung als Schreiner. Gleichzeitig hatte er seinen eigenen Plan bereits im Kopf.

«Ich habe damals gesagt: Ich arbeite zuerst ein Jahr 100 Prozent, im zweiten Jahr 80 Prozent und im dritten Jahr 60 Prozent als Schreiner. Danach schauen wir, wie es weitergeht.»

Genau diesen Plan setzte er schliesslich um. Während er seine Arbeitszeit als Schreiner Schritt für Schritt reduzierte, baute er parallel sein eigenes Tattoo-Geschäft auf. Mit 21 Jahren war es dann so weit: Nach dem dritten Jahr, in dem er noch zu 60 Prozent als Schreiner arbeitete, machte er sich vollständig selbstständig.

Von Piercings bis Photorealismus: Bei HEARTLESS TATTOO ist vieles möglich

Neben Tätowierungen gehört auch Piercing zum Angebot von HEARTLESS TATTOO. «Unser Piercer ist einfach einen Tag im Monat bei uns», erklärt Dominik Gerber. Da sich das Piercing-Angebot in der Region nicht unbedingt als tägliches Geschäft betreiben lasse, werden die Termine gesammelt und auf einen Tag im Monat konzentriert. So können mehrere Kundinnen und Kunden ihre Termine an diesem Tag wahrnehmen.

Der Schwerpunkt des Studios liegt jedoch klar auf dem Tätowieren. Dabei gibt es kaum eine Stilrichtung, die nicht abgedeckt wird. «Sei es Kalligrafie, Lettering, Comic, Neo-Traditional oder Photorealismus – wir machen sozusagen alles», sagt Gerber.

Im Studio arbeiten drei Tätowierer, die jeweils ihre eigenen Schwerpunkte und Stärken haben. Dadurch ist das Angebot entsprechend vielfältig.

Man muss nicht mit einem fertigen Motiv kommen

Ein wichtiger Punkt ist für Gerber die persönliche Beratung. Viele Menschen hätten das Gefühl, dass sie bereits mit einer komplett ausgearbeiteten Idee oder einem fertigen Bild ins Tattoo-Studio kommen müssten. Genau das sei aber nicht notwendig.

«Letztendlich sollte ein Tattoo-Studio dafür da sein, dass man die Leute wirklich berät und ihnen hilft», erklärt er. Auch aus einer kleinen Idee könne gemeinsam ein individuelles Motiv entstehen.

Denn die Möglichkeiten der modernen Tattoo-Kunst seien für viele Menschen gar nicht bekannt. «Viele Leute haben beim Wort Tattoo immer noch die Tribals von früher oder irgendwelche China-Zeichen im Hinterkopf und wissen gar nicht, was heute alles machbar ist.» Gerade beim Photorealismus gebe es deshalb immer wieder erstaunte Gesichter. «Du kannst heute eine Tätowierung aussehen lassen wie ein Foto.»

Jedes Tattoo soll ein Einzelstück sein

Für HEARTLESS TATTOO steht dabei die Individualität im Vordergrund. Ein Tattoo soll nicht einfach eine Vorlage möglichst genau kopieren, sondern die Handschrift des Künstlers tragen.

«Wenn der Kunde mit einer Idee kommt und vielleicht 20 Prozent ausmacht, geben wir ihm die restlichen 80 Prozent», beschreibt Gerber den kreativen Prozess.

Auch wenn Kundinnen und Kunden beispielsweise ein Motiv von Pinterest, Google oder anderen Plattformen mitbringen, werde dieses nicht einfach eins zu eins übernommen. «Wenn wir sagen: Das ist vielleicht ein bisschen 08/15 und es laufen noch hunderttausend andere mit so einem Bild herum, dann versuchen wir, daraus etwas Eigenes zu machen.»

Das Ziel sei ein persönliches Tattoo, das nicht einfach einem bereits vorhandenen Motiv entspricht. «Wir machen keine Massenabfertigung. Wir designen und zeichnen aus der Idee des Kunden ein eigenes Bild, sodass jeder ein Einzelstück hat.»

Gerade in Zeiten von Pinterest, Google und künstlicher Intelligenz sei das eine zunehmende Herausforderung. Viele Kundinnen und Kunden kämen bereits mit konkreten Bildern oder Vorstellungen. Für Gerber geht es dann darum, die Grundidee aufzunehmen und daraus etwas Individuelles zu entwickeln.

Denn letztlich soll ein Tattoo nicht einfach nur gut aussehen, sondern persönlich sein – und möglichst einzigartig bleiben.

Von der Stadt an einen ruhigeren Standort

Seine ersten Geschäftsjahre verbrachte Gerber direkt in der Stadt Thun – und das an verschiedenen Standorten. Doch mit der Zeit merkte er, dass er sich eine Veränderung wünschte.

«Auch wenn es in der Stadt viele Leute hat, wurde es mir langsam zu viel mit dem Lärm und den vielen Menschen», erzählt er.

Auf der Suche nach einem neuen Standort wurde er schliesslich ausserhalb der Stadt Thun fündig. Der heutige Standort verbindet für ihn zwei entscheidende Vorteile: Die Stadt ist weiterhin schnell erreichbar, gleichzeitig bietet der Standort Ruhe und wenig Durchgangsverkehr.

Auch für die Kundinnen und Kunden habe sich der neue Standort schnell bewährt. Ein grosser Vorteil seien die Parkplätze direkt vor dem Geschäft. Gleichzeitig ist man zu Fuss in wenigen Minuten in der Stadt Thun und dank der Nähe zur Autobahneinfahrt auch mit dem Auto schnell unterwegs.

Für Gerber ist der heutige Standort deshalb eine Kombination aus dem Besten aus beiden Welten:

Nah an Thun, gut erreichbar und trotzdem ruhig

HEARTLESS TATTOO & PIERCING

Heartless Tattoo, Mittlere Strasse 41, 3600 Thun, Schweiz

Facebook: Heartless Tattoo
Instagram: heartless_tattoo
Text: Reto Schneider, RegioBeo
Fotos: HEARTLESS TATTOO

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