10 Jahre Übernahme Wärmeverbund Wimmis
Erfolgsmodell mit regionaler Wertschöpfung und wachsendem Kundennutzen
Am 1. Juli 2016 übernahmen die Burgergemeinde und die Einwohnergemeinde Wimmis den Wärmeverbund Wimmis von der Axpo AG. Zehn Jahre später konnte dieses Jubiläum gemeinsam mit über 120 Wärmebezügern sowie zahlreichen Partnern gefeiert werden. Gleichzeitig bot der Anlass Gelegenheit, auf eine äusserst erfolgreiche Entwicklung zurückzublicken.
Bereits bei der Übernahme waren Burgerrat und Gemeinderat überzeugt, dass der Kauf des Wärmeverbundes die richtige Entscheidung war. Nach der Zustimmung der Burger- und Gemeindeversammlung im Dezember 2015 erfolgte die offizielle Übernahme am 1. Juli 2016.
Die Ursprünge des Wärmeverbundes reichen bis Anfang der 2000er-Jahre zurück. Nach mehreren Anläufen begann 2006 der Bau der Heizzentrale und des Leitungsnetzes. Die damalige Betreiberin Easytherm AG, eine Tochtergesellschaft der Axpo AG, baute den Wärmeverbund kontinuierlich aus. Technisch funktionierte die Anlage zuverlässig, jedoch fehlte aufgrund der grossen Distanz zum Betreiber die gewünschte Kundennähe.
Als die Axpo 2011 entschied, den Wärmeverbund nicht mehr weiter auszubauen, begannen Burgergemeinde und Einwohnergemeinde erstmals, eine gemeinsame Übernahme zu prüfen. Nach intensiven Verhandlungen, umfassenden technischen Analysen und einer sorgfältigen Finanzplanung fiel 2015 der politische Entscheid zugunsten des Kaufs. Die Vorbereitung der Übernahme musste anschliessend innert weniger Monate erfolgen.
Besonders gefordert waren dabei die Anlagewarte Hans Josi, Robert Rösti und Franz Thönen. Sie eigneten sich in kurzer Zeit das notwendige technische Know-how an und sorgten dafür, dass bereits der erste Winter ohne Produktionsausfälle bewältigt werden konnte.
Seither entwickelte sich der Wärmeverbund sowohl technisch als auch wirtschaftlich kontinuierlich weiter. Die Steuerung der Anlage wurde modernisiert, das Speichervolumen erweitert, Hauptpumpen ersetzt und 2022 das Herrenmattequartier angeschlossen. Gleichzeitig konnten laufend neue Kunden gewonnen werden.
Heizjahr | Anzahl | Wohn- und Gewerbe-einheiten | Anschluss-leistung | Verkaufte Wärme |
15/16 | 136 | 334 | 4’213 kW | 6’240’136 kWh |
16/17 | 141 | 368 | 4’383 kW | 6’651’214 kWh |
17/18 | 146 | 382 | 4’513 kW | 7’062’133 kWh |
18/19 | 154 | 450 | 4’738 kW | 7’273’710 kWh |
19/20 | 157 | 464 | 4’818 kW | 6’937’782 kWh |
20/21 | 160 | 475 | 4’868 kW | 8’048’770 kWh |
21/22 | 164 | 489 | 4’959 kW | 7’721’996 kWh |
22/23 | 175 | 505 | 5’073 kW | 7’307’991 kWh |
23/24 | 186 | 539 | 5’316 kW | 7’348’967 kWh |
24/25 | 192 | 547 | 5’375 kW | 8’043’172 kWh |
25/26 | 193 | 549 | 5’393 kW | 7’965’631 kWh |
Seit der Übernahme wurden 67 neue Anschlussverträge abgeschlossen und zusätzlich 213 Wohn- und Gewerbeeinheiten an den Wärmeverbund angeschlossen. Damit konnte das Gegenteil der früheren Einschätzung bewiesen werden, wonach keine weiteren Anschlüsse mehr möglich seien. Auch heute besteht weiterhin Nachfrage nach Fernwärmeanschlüssen.
Neben dem technischen Ausbau überzeugt der Wärmeverbund auch wirtschaftlich. In den vergangenen zehn Betriebsjahren wurde lediglich einmal ein Verlust ausgewiesen. Die Rücklagen aus Gewinnen belaufen sich inzwischen auf rund 700’000 Franken. Gleichzeitig konnte der Wärmepreis von ursprünglich 15 auf 14 Rappen pro Kilowattstunde gesenkt werden und zählt damit zu den günstigsten vergleichbarer Anlagen.
Auch ökologisch und regional leistet der Wärmeverbund einen wichtigen Beitrag. Jährlich werden rund 14’000 Kubikmeter Holzschnitzel aus der Region eingesetzt. Dies entspricht dem Ersatz von rund einer Million Litern Heizöl pro Jahr und schafft eine regionale Wertschöpfung von über 500’000 Franken für die Forstwirtschaft.
Gemeindepräsidentin Barbara Josi erinnerte sich an die Vertragsunterzeichnung im Jahr 2016. Das umfangreiche Vertragswerk habe damals durchaus Respekt eingeflösst. Rückblickend sei die Übernahme jedoch eine der wichtigsten und erfolgreichsten Entscheidungen für die Energieversorgung der Gemeinde gewesen.
Zum Abschluss der Jubiläumsfeier bedankte sich Präsident Beat Meier bei allen Beteiligten, die in den vergangenen zehn Jahren zum Erfolg des Wärmeverbundes beigetragen haben. Das Jubiläum zeigte eindrücklich, dass sich Mut, Weitsicht und die enge Zusammenarbeit von Burgergemeinde, Einwohnergemeinde, Mitarbeitenden und regionalen Partnern ausbezahlt haben.
Quelle: Wimmis












