Verbandsfest mit Schweizermeisterschaft: Zu Gast beim Platzgerclub Blumenstein
Tradition, Sport und Geselligkeit: Der PC Blumenstein verbindet beim Platzgen sportlichen Ehrgeiz mit gemütlichem Beisammensein.
Der Platzgerclub Blumenstein wurde am 17. Oktober 1991 von acht Mitgliedern gegründet. Fünf davon waren Neulinge, die gemeinsam mit drei bereits aktiven Platzgern den schönen und geselligen Sport entdecken und ausüben wollten.
Seit seiner Gründung hat der Verein eine erfolgreiche Geschichte geschrieben. Zu den grössten Erfolgen zählen die Wettspielmeisterschaft 2022 sowie die Cupsiege in den Jahren 2014 und 2021.
Was ist Platzgen?
Platzgen ist ein traditionsreicher Schweizer Zielwurfsport, der heute vor allem im Kanton Bern ausgeübt wird. Mit einer rund 1 bis 3 Kilogramm schweren Stahl-Platzge wird aus einer Distanz von 17 Metern auf das sogenannte Ries geworfen – ein mit Lehm gefülltes Ziel.
Ziel ist es, die Platzge möglichst nahe an den Schwirre, einem Eisenstab in der Mitte des Rieses, zu platzieren. Berührt die Platzge den Schwirre, gibt es 100 Punkte. Für jeden Zentimeter Abstand wird ein Punkt abgezogen.
Platzgen erfordert Konzentration, Kraft, Koordination, Technik und viel Gefühl. Gleichzeitig gehört die Geselligkeit fest zur Sportart. Nach dem Wettkampf wird gemeinsam gegessen, diskutiert und auf den Anlass angestossen – unabhängig davon, wer gewonnen oder verloren hat.
Die Platzger-Saison dauert traditionell von April bis Oktober. Zu den wichtigsten Anlässen gehören die Meisterschaft und das Verbandsfest. Seit 2017 wird zudem an einem dieser Anlässe der Schweizermeister im Platzgen ermittelt.
Verbandsfest am 25. und 26. September 2026
Ein besonderer Höhepunkt steht am 25. und 26. September 2026 bevor: Das Verbandsfest mit Schweizermeisterschaft beim PC Blumenstein.
Das Verbandsfest besteht aus verschiedenen Wettkämpfen, darunter die Sektion, die Gruppe und die Ehrengabe. Bei der Sektionswertung tritt der Verein als Ganzes und der Platzger als Einzelspieler an. Dabei werden 10 Schüsse gewertet.
Bei der Gruppenwertung treten vier Platzger gemeinsam an. Die einzelnen Resultate werden zusammengezählt und ergeben das Gruppenresultat. Die 5 gewerteten Schüsse werden auch als Einzelwettkampf gezählt.
Mit dem Zusammenzug der Einzelwertungen von Sektions- und Gruppenwettkampf wird der Festsieger gekürt, der mit einer Glocke prämiert wird.
Bei der Ehrengabe werden 4 Schüsse geworfen. Die Besten können aus den Ehrengaben, wie bei den Schwingern, einen Preis auswählen. Die Hauptpreise beim Verbandsfest in Blumenstein werden zwei Kälber, Kühlschränke, einen Feuergrill sowie verschiedene Gutscheine sein.
Schweizermeisterschaft als Höhepunkt
Besonders spannend wird es am Samstagnachmittag, wenn die besten Platzger der vergangenen 2 Jahre um den Schweizermeistertitel kämpfen.
Je nach Qualifikation treten die 20 bis 30 besten Platzger gegeneinander an. Mit ihren Würfen versuchen sie, möglichst viele Punkte zu erzielen. Am Ende gewinnt, wer das höchste Resultat erreicht, und darf sich Schweizermeister im Platzgen nennen.
Damit verbindet das Verbandsfest beim PC Blumenstein sportlichen Ehrgeiz, Tradition und Kameradschaft. Für die Zuschauer bietet sich die Gelegenheit, eine eher unbekannte, aber äusserst spannende Schweizer Sportart hautnah zu erleben.
Platzgen – ein Sport, bei dem jeder Zentimeter zählt.
Text und Fotos: PC Blumenstein, Javier Saez
Platzgerclub-Blumenstein | platzgen | Blumenstein, Schweiz
Was ist Platzgen?
Platzgen ist ein traditioneller Schweizer Zielwurfsport. Chroniken berichten, dass dieser Sport bereits im Mittelalter in vielen Regionen unseres Landes ausgeübt wurde. Heute ist das Platzgen vor allem im Kanton Bern verbreitet.
Der Wurfkörper – die Platzge
Beim Platzgen wird mit einer sogenannten «Platzge» geworfen. Sie besteht in der Regel aus gehärtetem Stahl. Jeder Spieler besitzt seine eigene Platzge, die gut in der Hand liegen muss.
Form und Gewicht sind grundsätzlich nicht vorgeschrieben. Der maximale Durchmesser darf jedoch 18 Zentimeter nicht überschreiten. Die meisten heutigen Platzgen sind handförmig gestaltet und verfügen über fünf Zacken, die an ein Ahornblatt erinnern. Das Gewicht liegt normalerweise zwischen einem und drei Kilogramm.
Die Wertung
Um einen Wurf zu bewerten, werden ein Meter und ein Messer benötigt. Das Messer wird dort in den Lehm gesteckt, wo die Platzge liegen bleibt – und zwar an der Stelle, die dem Stock am nächsten ist.
Anschliessend wird die Distanz zum sogenannten «Schwirren» gemessen. Dabei wird das Ende des Meters am Stock angesetzt.
Berührt die Platzge den Stock, wird der Wurf mit 100 Punkten bewertet. Für jeden Zentimeter Abstand zum Stock wird ein Punkt abgezogen. Liegt die Platzge beispielsweise 13 Zentimeter vom Stock entfernt, ergibt dies 87 Punkte.
Der Wettkampfplatz
Die Wurfdistanz beträgt 17 Meter. Das Ziel, das sogenannte «Ries», besteht aus einem mit Lehm (Lätt) gefüllten Stahlring. Dieser hat einen Durchmesser von 1,40 Metern und ist nach hinten um rund 25 Zentimeter erhöht.
Der Zustand des Rieses spielt beim Platzgen eine wichtige Rolle. Der Lehm muss regelmässig gepflegt und richtig behandelt werden. Er darf weder zu nass noch zu trocken sein. Nur wenn der Lätt in optimalem Zustand ist, können gute Resultate erzielt werden.
In der Mitte des Rieses befindet sich ein eiserner Stock, der «Schwirren» genannt wird. Er ragt etwa 35 bis 40 Zentimeter aus dem Lehm und ist leicht nach vorne geneigt.
Wettkämpfe und Meisterschaften
Jährlich finden drei grosse Wettkämpfe statt: das Frühlingsfest, die Meisterschaft und das Verbandsfest. Seit 2017 wird bei einem dieser Anlässe auch der Titel des Schweizermeisters vergeben.
Gute Leistungen im Einzel- und Vereinswettkampf werden mit Auszeichnungen und wertvollen Ehrengaben belohnt.
Während der gesamten Saison von April bis Oktober finden zudem Wettkämpfe in vier Stärkeklassen sowie Vereins- und Einzelcups statt.
Zahlreiche Platzgervereine organisieren ausserdem eigene Anlässe, an denen auch Nichtplatzger teilnehmen können. Dazu gehören beispielsweise Volksplatzgen, Gönnerplatzgen oder Passivplatzgen.
Platzgen verbindet damit sportlichen Ehrgeiz, Tradition und Geselligkeit – und ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Berner Sport- und Vereinskultur.














