Rugby TV Thun krönt starke Saison mit Meistertitel und Aufstieg in die NLB
Der Rugby TV Thun hat sich am Schweizer Final Day in Yverdon den Meistertitel der Nationalliga C gesichert. Die Berner Oberländer bezwangen den RC Würenlos im Final mit 20:11 und steigen damit erstmals in die Nationalliga B auf.
Die Anspannung war beiden Mannschaften von Beginn an deutlich anzumerken. Zahlreiche Ballhandlingfehler auf beiden Seiten führten zu einer Vielzahl von Scrums und verhinderten einen flüssigen Spielfluss. Besonders im Gedränge hatten die Thuner in der ersten Halbzeit grosse Mühe. Die Aargauer dominierten die Scrums und kamen dadurch deutlich häufiger in Ballbesitz.
Trotz ihrer Feldüberlegenheit gelang es dem RC Würenlos jedoch kaum, daraus Kapital zu schlagen. Die Defensive des Rugby TV Thun arbeitete konsequent und liess nur wenige gefährliche Situationen zu. Gleichzeitig fehlte den Oberländern in ihren seltenen Offensivaktionen die nötige Geduld. Hektische Entscheidungen und Ungenauigkeiten verhinderten, dass sie ihr Angriffsspiel entfalten konnten. So blieb die erste Halbzeit weitgehend ereignisarm. Ein Penaltykick in der 12. Minute brachte Würenlos mit 3:0 in Führung – dabei blieb es bis zur Pause.
Die zweite Halbzeit begann dann mit einem Paukenschlag. Direkt nach dem Wiederanpfiff gelang es Thun, den Ball nach dem eigenen Kick-off zurückzuerobern. Nach mehreren gut gespielten Phasen fand Man of the Match Aaron Schranz die Lücke in der Verteidigung und legte den ersten Try der Partie. Die erfolgreiche Erhöhung brachte die Thuner mit 7:3 in Front.
Die Antwort der Würenloser liess jedoch nicht lange auf sich warten. Kurz nach dem anschliessenden Kick-off verlor Thun erneut den Ball, was die Aargauer konsequent ausnutzten. Mit einem Gegenangriff erzielten sie ihren ersten Try und gingen nach nur zehn gespielten Minuten der zweiten Halbzeit wieder mit 8:7 in Führung.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch. Die Thuner fanden zunehmend besser ins Spiel und konnten den zuvor unterlegenen Scrums deutlich mehr Stabilität verleihen. Dadurch kamen auch die Oberländer vermehrt zu Ballbesitz und konnten ihre offensiven Qualitäten zeigen. Zunächst erhöhte Würenlos mittels Penaltykick auf 11:7, ehe Fly-Half Louis von Grünigen wenig später ebenfalls per Straftritt auf 10:11 verkürzte.
Die Partie war nun völlig ausgeglichen. Während Thun immer wieder gefährliche Angriffe lancierte, fehlte im entscheidenden Moment zunächst noch die letzte Konsequenz. Zusätzlichen Widerstand mussten die Oberländer in der 60. Minute überwinden, als Scrum-Half Fabrice Zellweger nach einem High Tackle für zehn Minuten auf die Strafbank geschickt wurde. Trotz Unterzahl hielt die Thuner Defensive dem Druck der Aargauer stand. Auf der anderen Seite wurden die Würenloser offensiv zunehmend harmloser. Rund zehn Minuten lang lieferten sich beide Teams einen intensiven Kampf um jeden Meter, ohne dass weitere Punkte fielen.
Acht Minuten vor Schluss folgte dann die spielentscheidende Szene. Kurz zuvor hatte Thun einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen: David Kension sah nach einem Late Tackle die zweite Gelbe Karte des Spiels, sodass die Berner Oberländer die Schlussphase erneut in Unterzahl bestreiten mussten.
Gerade in dieser schwierigen Phase zeigte der Rugby TV Thun jedoch grosse Moral. Nach mehreren geduldig aufgebauten Phasen setzte sich Simone Tabaki mit einem kraftvollen Durchbruch durch die Verteidigung und legte den entscheidenden Try zur 17:11-Führung für Thun. Nur drei Minuten später sorgte Louis von Grünigen mit einem weiteren Penaltykick für die Vorentscheidung und erhöhte auf 20:11.
Würenlos fand in der Schlussphase keine Antwort mehr auf die nun souverän auftretenden Thuner. Obwohl die Oberländer die letzten Minuten in Unterzahl bestreiten mussten, liess die Defensive nichts mehr anbrennen und brachte den Vorsprung sicher über die Zeit.
Mit dem 20:11-Erfolg sichert sich der Rugby TV Thun verdient den Meistertitel der Nationalliga C. Nach einer starken Saison belohnen sich die Oberländer damit nicht nur mit dem Titelgewinn, sondern auch mit dem historischen Aufstieg in die Nationalliga B.
Text: Rugby TV Thun











