Grindelwald Tourismus blickt auf erfolgreiches Jahr und stellt Weichen für die Zukunft
Grindelwald, 25. Juni 2026 – An der Mitgliederversammlung von Grindelwald Tourismus standen ein starkes Tourismusjahr, solide Finanzen und die zukünftige Entwicklung des Ferienortes im Mittelpunkt. Rund 80 Personen, darunter 37 stimmberechtigte Mitglieder, nahmen an der Versammlung im Romantik Hotel Schweizerhof teil. Alle traktandierten Geschäfte wurden einstimmig genehmigt.
Rekordnahe Gästezahlen
Mit insgesamt 1’587’509 Logiernächten über alle Beherbergungsformen erzielte Grindelwald 2025 das drittbeste touristische Ergebnis seiner Geschichte. Die Hotellerie erreichte eine Bruttobettenauslastung von 68 Prozent. Präsident Nick Rubi sprach von einer robusten Nachfrage. Besonders erfreulich sei die breite internationale Gästestruktur. Während Schweizer Gäste weiterhin das Fundament bilden, stellten die USA im vergangenen Jahr die grösste ausländische Besuchergruppe.
Qualität statt Wachstum um jeden Preis
Resort Director Bruno Hauswirth betonte, dass Grindelwald weit mehr sei als eine Tourismusdestination. Der Ort sei gleichzeitig Wohn-, Wirtschafts- und Naturraum. Künftig gehe es deshalb weniger um steigende Besucherzahlen als vielmehr um höhere Wertschöpfung, mehr Qualität und eine bessere Verteilung der Gäste über das ganze Jahr. Erfolg solle sich künftig ebenso an Lebensqualität und Akzeptanz in der Bevölkerung messen lassen.
Solide Finanzen
Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem praktisch ausgeglichenen Ertragsüberschuss von 77.20 Franken ab. Das Eigenkapital beträgt 785’093.19 Franken. Neben Jahresbericht und Jahresrechnung genehmigten die Mitglieder auch das Budget 2027 mit Einnahmen und Ausgaben von jeweils 6,62 Millionen Franken. Die wichtigsten Einnahmen stammen aus den Kurtaxen, während Sportzentrum, Mobilität, Veranstaltungen, Gästeservice und Ortsmarketing die grössten Ausgabenbereiche bilden.
Tourismus wird geschätzt – Verkehr bleibt Herausforderung
Ein zentrales Thema war die Akzeptanz des Tourismus. An einer Bevölkerungsumfrage beteiligten sich im März 343 Einwohnerinnen und Einwohner. Rund 60 Prozent bewerten den Tourismus positiv oder eher positiv, während sich 30 Prozent kritisch äussern.
Der wirtschaftliche Nutzen wird klar anerkannt. Gleichzeitig empfinden jedoch 89 Prozent die Anzahl Touristinnen und Touristen im Sommer als eher oder deutlich zu hoch. Besonders häufig genannt wurden Verkehrsprobleme, die Belastung der Infrastruktur sowie steigende Wohn- und Mietpreise.
Gemeindepräsident Beat Bucher informierte über den aktuellen Stand des Dialogverfahrens Verkehr. Diskutiert wurden unter anderem ein möglicher Testbetrieb zur Zufahrtssteuerung im Jahr 2027 sowie weitere Abklärungen zu einer Verkehrsdrehscheibe beziehungsweise einem Bus-Terminal am Bärplatz. Grindelwald Tourismus begleitet diese Projekte kommunikativ und bringt die Sicht des Tourismus ein.
Vision für Sportzentrum und nachhaltigen Tourismus
Seit 2025 ist Grindelwald Tourismus Alleinaktionär des Sportzentrums Grindelwald. Mit der «Vision 2035» arbeiten Verwaltungsrat und Geschäftsleitung an der langfristigen Weiterentwicklung der Anlage. Eine öffentliche Informationsveranstaltung ist für den 7. September geplant.
Parallel dazu entwickelt Grindelwald Tourismus seine eigene Strategie weiter. Wissenschaftliche Erkenntnisse, Erfahrungen aus der Praxis sowie Gespräche mit verschiedenen Anspruchsgruppen sollen bis 2027 in einen gemeinsamen strategischen Orientierungsrahmen einfliessen.
Bereits umgesetzt wird die Sommerkampagne «We Take Care». Mit digitalen Informationen, Videos, Flyern, Kooperationen mit GrindelwaldBus und den Jungfraubahnen sowie den Grindelwald Assistants werden Gäste bereits vor ihrer Anreise und während ihres Aufenthalts für einen respektvollen Umgang mit Natur und Bevölkerung sensibilisiert.
Veränderungen im Vorstand
Barbara Hofer wurde zur neuen Vizepräsidentin von Grindelwald Tourismus gewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Silvia Bohren als Vertreterin der kommerziellen Parahotellerie sowie Lars Michel als Vertreter der Hotellerie und Gastronomie.
Verabschiedet wurden Urs Jossi, der zwölf Jahre dem Vorstand angehörte und zuletzt als Vizepräsident wirkte, sowie Jan Pyott, der die Hotellerie während eines Jahres vertreten hatte.
Austausch über die Zukunft des Tourismus
Zum Abschluss der Versammlung diskutierten Barbara Hofer, Verwaltungsratspräsidentin der Jungfrau Region Tourismus AG, Reto Branschi, Verwaltungsratspräsident der Davos Destinations-Organisation, sowie Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus, über die Herausforderungen moderner Tourismusdestinationen. Themen waren unter anderem Verkehr, Wohnraum, Besucherlenkung und die Einbindung der Bevölkerung. Das Gespräch wurde live über die Social-Media-Kanäle von Grindelwald Tourismus übertragen.













