Tierschutz Frutigland: Mit Herz, Engagement und vielen kleinen Hilfen für Tiere
Der Tierschutz Frutigland blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde der Verein ursprünglich von einem Tierarzt in Frutigen. Damals stand vor allem die Verbesserung der Haltung und Pflege von Nutztieren im Mittelpunkt. Eine bessere Tierhaltung sollte nicht nur den Tieren zugutekommen, sondern auch den Bauern: Gesündere und besser gehaltene Tiere waren leistungsfähiger und lieferten bessere Produkte.
Über die Jahrzehnte hat sich der Verein weiterentwickelt. Heute engagiert er sich stark für Haustiere, kümmert sich aber weiterhin auch um Nutztiere. Ein grosses Thema sind insbesondere herrenlose und streunende Katzen.
Streunende Katzen als grosse Herausforderung
Nicht kastrierte und nicht gechipte Katzen gehören heute zu den grossen Problemen im Tierschutz. Gerade bei Bauernhofkatzen entstehen immer wieder grosse Populationen von herrenlosen Tieren. Hinzu kommen Tiere, die aus dem Ausland in die Schweiz gebracht werden und teilweise gesundheitliche oder genetische Probleme mitbringen.
Wenn solche Tiere später hohe Tierarztkosten verursachen, können manche Halter die Kosten nicht mehr tragen. In der Folge landen die Tiere teilweise in Tierheimen – und diese sind vielerorts bereits stark ausgelastet.
Der Tierschutz erhält deshalb regelmässig Meldungen aus der Bevölkerung. Dabei geht es nicht nur um Katzen und Hunde, sondern beispielsweise auch um Kaninchen, Hühner, Kühe oder Esel. Gerade bei hohen Temperaturen achten die Menschen besonders darauf, wie Tiere gehalten werden.
Die Verantwortlichen gehen solchen Meldungen nach und schauen sich die Situationen vor Ort an. In den meisten Fällen stellt sich heraus, dass es keine gravierenden Probleme gibt oder die Tiere sogar gut gehalten werden. Trotzdem ist der Verein froh über solche Hinweise: Lieber einmal zu viel nachschauen als einmal zu wenig.
Daniel Frank engagiert sich ehrenamtlich
Auch Daniel Frank ist ehrenamtlich im Verein tätig. Zu seinem Engagement kam er unter anderem durch einen Zeitungsartikel. Zwei Arbeitskollegen waren bereits im Vorstand aktiv. Zunächst übernahm Frank das Amt des Revisors. Später wurde er von der Präsidentin angefragt, ob er sie als Sekretär unterstützen möchte.
Heute kümmert er sich unter anderem um Protokolle, Berichte, Dokumentationen, Formulare und administrative Aufgaben. Auch die Vereinsadresse befindet sich an seiner privaten Adresse.
Wie bei vielen Vereinen wird ein grosser Teil der Arbeit ehrenamtlich geleistet. Ein eigenes Büro gibt es nicht. Die Mitglieder stellen ihre privaten Möglichkeiten zur Verfügung, bewahren Material bei sich zu Hause auf und verwenden ihre privaten Fahrzeuge für Einsätze.
Dass Tierschutzarbeit nicht immer bequem ist, hat Frank selbst schon erlebt. Obwohl er an einer Katzenhaarallergie leidet und deshalb keine Katzen aufnehmen kann, hatte er einmal kurzfristig eine Katze bei sich zu Hause, damit sie am nächsten Morgen zum Tierarzt gebracht werden konnte. Auch wenn die Allergie deutlich spürbar war, stand für ihn in diesem Moment das Tier im Vordergrund.
CAT’s INN – ein vorübergehendes Zuhause
Ein wichtiger Bestandteil des Engagements ist auch der Verein CAT’s INN mit Sitz in Frutigen. Die Idee für die Auffangstation entstand im Sommer 2021.
CAT’s INN möchte herrenlosen Katzen eine Anlaufstelle und ein vorübergehendes Zuhause bieten. Die Zeit bis zur Vermittlung in ein definitives Zuhause soll für die Tiere möglichst stressfrei und in einer katzengerechten Umgebung gestaltet werden.
Auch kleine Hilfe ist wertvoll
Wer den Tierschutz unterstützen möchte, muss dabei nicht zwingend viel Zeit investieren oder eine besondere Ausbildung haben. Der Verein ist froh über jede Person, die bereit ist, gelegentlich mitzuhelfen.
So kann es beispielsweise darum gehen, vorübergehend ein Tier aufzunehmen, wenn die vorhandenen Plätze belegt sind. Auch bei Katzen-Einfangaktionen wird Unterstützung benötigt. Manchmal reicht es bereits, ein Tier kurzfristig für ein Wochenende aufzunehmen, bis es zum Tierarzt gebracht werden kann.
„Es sind wirklich teilweise auch kleine Sachen, die uns schon helfen würden“, erklärt Daniel Frank.
Gerade diese kleinen Unterstützungen können im Alltag einen grossen Unterschied machen. Ein freier Platz, etwas Zeit, ein Transport zum Tierarzt oder die Mithilfe bei einer Einfangaktion kann für ein Tier entscheidend sein.
Verantwortung für Tiere gemeinsam wahrnehmen
Der Tierschutz Frutigland zeigt, wie sich Tierschutz über die Jahrzehnte verändert hat. Aus einem Verein, der ursprünglich vor allem die Nutztierhaltung verbessern und damit auch die Bauern unterstützen wollte, ist eine Organisation geworden, die sich heute um unterschiedlichste Tiere und Situationen kümmert.
Dabei geht es nicht nur darum, Probleme aufzudecken. Viel wichtiger sind Aufklärung, Unterstützung und das gemeinsame Finden von Lösungen.
Wer ein Tier hält, trägt Verantwortung – und wer bereit ist, einem Tier in einer schwierigen Situation zu helfen, kann einen wichtigen Beitrag leisten. Für den Tierschutz Frutigland zählt deshalb nicht nur die grosse Spende oder der grosse Einsatz. Oft sind es die vielen kleinen Hilfen, die am Ende Grosses bewirken.
Quelle: Tierschutz Frutigland
Text: Reto Schneider, Regiobeo














