Gartenbauschule Hünibach – Am 19. Oktober 2026 beginnt ein neues Kapitel
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Gartenbauschule Hünibach: Ein historischer Ort mit Blick in die Zukunft
Samstag, 17. Oktober 2026, 13.00 Uhr – Präsentation «Zukunft Gartenbauschule Hünibach»
Mit dem Projekt «Zukunft Gartenbauschule Hünibach» sollen die historischen Schul- und Betriebsgebäude erhalten und für kommende Generationen weiterentwickelt werden.
RegioBeo war vor Ort und erhielt einen exklusiven Einblick in die Geschichte des Areals sowie in die aktuelle Planungsphase. Der Start der Bauarbeiten ist der 19. Oktober 2026.

Drei Frauen legten den Grundstein
Ein Blick zurück ins Jahr 1927 zeigt, wie sich das Areal und seine Gebäude im Laufe der Zeit entwickelt haben. Auch das Schloss ist auf den historischen Aufnahmen zu sehen und prägt die Geschichte dieses besonderen Ortes.
Besonders eindrücklich ist die Geschichte der drei Gründerinnen, die 1934 ankamen und 1938 mit den ersten Schritten zum Aufbau der Gartenbauschule begannen.
Die drei Frauen verbanden ihre Leidenschaft für das Gärtnern mit einem fortschrittlichen Ansatz: Sie arbeiteten biodynamisch und bildeten gleichzeitig Lehrtöchter aus. Damit ermöglichten sie auch anderen Frauen, sich im Gartenbau weiterzuentwickeln und einen eigenen beruflichen Weg einzuschlagen.
Ihr Wirken steht für Eigenständigkeit, Mut und den Willen, selbst über die eigene Zukunft zu bestimmen.

Fachausbildung Biodiversität: Eine besondere Premiere
Biodiversität ist heute in aller Munde. Dennoch fehlte bislang eine offizielle Ausbildung in diesem Bereich. Zwar gibt es zahlreiche Kurse, doch eine fundierte berufliche Ausbildung ist etwas Besonderes.
Davide Köpfli hat gemeinsam mit Bioterra einen neuen Lehrgang auf den Weg gebracht. Besonders stolz ist die Gartenbauschule Hünibach darauf, diese Ausbildung direkt vor Ort anbieten zu können.
Der Lehrgang verbindet Bildung und berufliche Qualifikation. Dabei besteht die Möglichkeit, einen Abschluss auf Stufe Professional Bachelor mit der Fachrichtung Biodiversität zu erwerben.
Damit setzt die Gartenbauschule Hünibach ein wichtiges Zeichen für die Zukunft und zeigt, wie sich Tradition, Fachwissen und neue Bildungswege miteinander verbinden lassen.

Manfred Kaderli: Ein Begegnungsort für alle, die sich für Biodiversität engagieren
Manfred Kaderli erläuterte die Idee hinter der Weiterentwicklung der Gartenbauschule Hünibach. Das Areal soll künftig nicht nur ein Bildungsort sein, sondern auch zu einem lebendigen Begegnungsort werden.
Die Vision ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen mit unterschiedlichen Interessen rund um die Biodiversität treffen und austauschen können. Dazu gehören Unternehmen, Fachleute und weitere Interessierte, die sich für die Vielfalt der Natur einsetzen.
Das Areal soll sich zu einer Art Dorfplatz entwickeln – einem Ort, an dem Begegnungen entstehen, Ideen geteilt und gemeinsame Projekte angestossen werden können.
Die Gartenbauschule Hünibach möchte damit eine Plattform schaffen, die Bildung, Natur und Menschen miteinander verbindet. Die Biodiversität soll nicht nur vermittelt, sondern gemeinsam gelebt und weiterentwickelt werden.

Schritt für Schritt in die Zukunft
Den Auftakt der Bauarbeiten bildet die Sanierung des Pächterhauses «Bührer», die von Oktober 2026 bis Ende 2027 dauern soll.
Ab Januar 2028 ist die Sanierung des Gutshofs «Bächi» vorgesehen. Geplant sind dort unter anderem eine Mensa, ein öffentliches Bistro sowie ein Beherbergungsangebot.
Parallel dazu werden die Aussenanlagen für die Ausbildung, den Gartenbau und die Pflanzenproduktion weiterentwickelt.
Das Gesamtprojekt soll bis Mitte 2029 abgeschlossen sein. Damit soll die historische Gartenbauschule Hünibach langfristig erhalten und gleichzeitig zu einem modernen Bildungs- und Begegnungsort weiterentwickelt werden.
Neue Nutzungen für historische Gebäude
Die vorgestellten Pläne zeigen, wie die bestehenden Gebäude künftig genutzt werden könnten. Vorgesehen sind Gewerberäume sowie Bereiche für Übergangsnutzungen der Gartenbauschule.
Für weitere Flächen werden unterschiedliche Möglichkeiten geprüft. Denkbar sind zusätzliche Gewerberäume oder Verkaufsflächen, die einen direkten Zugang ermöglichen und sich gut in das Dorfleben einfügen.
Auch für Veranstaltungen und die Ausbildung entstehen neue Möglichkeiten: Im Obergeschoss ist ein Saal für bis zu 100 Personen geplant. Eine Aufwärmstation soll es ermöglichen, Speisen aus der Küche für Feste, Hochzeiten und andere Anlässe bereitzustellen.
Ergänzt wird das Raumangebot durch Gruppenarbeitsbereiche und ein Schulzimmer. Diese Räumlichkeiten könnten künftig für Seminare, Weiterbildungen und Veranstaltungen rund um biologische Themen und Biodiversität genutzt werden.
Damit soll das Areal nicht nur als Ausbildungsstätte dienen, sondern auch für die Bevölkerung, Unternehmen und weitere Interessierte zugänglich sein. Die geplante Mischung aus Bildung, Gewerbe, Gastronomie und Begegnung soll dazu beitragen, die Gartenbauschule Hünibach als lebendigen Ort in der Region weiterzuentwickeln.

Ein lebendiger Begegnungsplatz für Hünibach
Ein wichtiger Bestandteil der Zukunftsvision ist die Gestaltung eines lebendigen Begegnungsplatzes. Dabei spielt auch ein historischer Brunnen eine besondere Rolle. Dieser befindet sich heute etwas versteckt und soll künftig wieder ins Zentrum des Areals rücken.
Geplant ist, den Brunnen an einem zentralen Ort neu zur Geltung zu bringen – in unmittelbarer Nähe zur vorgesehenen Gartenwirtschaft. Das Plätschern des Wassers soll zur besonderen Atmosphäre beitragen und einen Platz schaffen, an dem sich Menschen gerne aufhalten.
Auch die Gestaltung des Aussenbereichs soll Begegnungen fördern. Vorgesehen sind Aufenthaltsmöglichkeiten, damit der Platz sowohl für die Bevölkerung als auch für Familien attraktiv wird. Die Vision ist ein Ort, an dem das Dorfleben stattfindet und Menschen zusammenkommen.

Flexible Räume für Sitzungen und Veranstaltungen
Auch im Innern der Gebäude sind vielfältige Nutzungsmöglichkeiten vorgesehen. Der geplante Saal soll gemietet werden können und sich für unterschiedliche Veranstaltungen eignen. Zusätzlich sind flexible Besprechungs- und Sitzungszimmer angedacht, die bei Bedarf auch online gebucht werden können.
Statt ausschliesslich auf feste Arbeitsplätze zu setzen, soll ein vielseitiges Raumangebot entstehen, das Unternehmen, Organisationen und weiteren Interessierten offensteht. So könnten Sitzungen, Besprechungen und kleinere Veranstaltungen künftig direkt auf dem Areal stattfinden.
Gutshof «Bächi» mit Übernachtungsmöglichkeiten
Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist das Beherbergungsangebot im Gutshof. Da sich Mensa und Internatszimmer nicht kostendeckend betreiben lassen, wird nach einer Nutzung gesucht, die wirtschaftlich tragfähig ist und gleichzeitig zur Ausrichtung des Gesamtareals passt.
Vorgesehen sind nach den vorgestellten Plänen 24 Zimmer mit insgesamt 44 Betten. Dabei soll kein klassisches Hotel entstehen, sondern ein Angebot, das sich am Charakter eines Gutshofs orientiert.
Zusammen mit dem Restaurant, der Gartenwirtschaft und der Mensa soll ein vielseitiges Angebot entstehen. Die Übernachtungsmöglichkeiten könnten sowohl Gästen von Veranstaltungen als auch weiteren Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung stehen.
Damit verbindet die Gartenbauschule Hünibach historische Bausubstanz mit neuen Nutzungsideen. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Bildung, Gastronomie, Übernachtung und Begegnung zusammenfinden und das Areal langfristig belebt wird.

Finanzierung: 12 Millionen Franken für die Zukunft
Die Gesamtkosten des Projekts «Zukunft Gartenbauschule Hünibach» belaufen sich auf rund 12 Millionen Franken. Die Finanzierung soll auf mehrere Schultern verteilt werden.
Fünf Millionen Franken wird die Gartenbauschule selbst finanzieren. Weitere zwei Millionen Franken konnten als zinsfreies Kapital von Gemeinden und dem Kanton Bern gesichert werden.
Für die verbleibenden fünf Millionen Franken sollen nun Stiftungen, KMU und die Bevölkerung angefragt werden. In einem ersten Schritt möchte die Gartenbauschule weitere Stiftungen kontaktieren und die Finanzierung anschliessend schrittweise aufbauen.
Mit diesem Projekt soll ein historisch wertvolles Areal erhalten und gleichzeitig für neue Aufgaben geöffnet werden. Die Gartenbauschule Hünibach möchte damit einen Ort schaffen, an dem Bildung, Biodiversität, Wirtschaft und Dorfleben zusammenfinden.
Text und Bilder: Reto Schneider, RegioBeo
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