Matthias Frank – Von der Idee in der Bar zum erfolgreichen Getränkeproduzenten
Was 2017 als kleines Hobby in einer Bar begann, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem vielseitigen Unternehmen für Getränkeentwicklung und -produktion entwickelt. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Matthias Frank, dessen Leidenschaft für Gastronomie, Geschmack und innovative Produkte den Grundstein für die heutige Firma legte.
Eine Idee, die in der Bar begann
Matthias Frank war bereits lange in der Gastronomie tätig und sammelte dabei Erfahrungen an verschiedenen Stationen, unter anderem in der Mundwerk Kulturbar. Dort entstand irgendwann aus den Reihen der Stammgäste ein ganz konkreter Wunsch: Sie hätten gerne ein eigenes Hausgetränk.
Aus dieser Idee entwickelte Matthias Frank im Jahr 2017 Frank’s Ingwer. Über ein Jahr wurde das Getränk immer wieder ausgeschenkt, getestet und anhand des Feedbacks der Stammgäste weiterentwickelt.
Die ersten Flaschen waren dabei noch ganz einfach gehalten. Sirupflaschen wurden mit einem Edding von Hand beschriftet und an die Gäste verkauft. Doch die Nachfrage zeigte schnell, dass mehr daraus entstehen könnte.
Gemeinsam mit der selbstständigen Grafikerin Vera Vuille wurde deshalb ein professionelles Erscheinungsbild entwickelt. Die erste Etikette entstand, Musterflaschen wurden bestellt – und aus dem Hobby wurde Schritt für Schritt ein richtiges Produkt.
Der Schritt in die Selbstständigkeit
2019 folgte der nächste wichtige Schritt: Matthias Frank gründete zunächst eine Kollektivgesellschaft. Gleichzeitig wurde das Sortiment erweitert. Gemeinsam mit Ivan Urech, Geschäftsführer der Atelier Classic Bar, entstand eine eigene Kaffeemischung und später auch ein eigener Kaffeeschnaps.
Doch irgendwann musste Matthias Frank eine grundsätzliche Entscheidung treffen. «Entweder bin ich Barkeeper oder ich mache mich selbstständig», beschreibt er den damaligen Wendepunkt. Beides gleichzeitig war langfristig nicht mehr möglich.
2022 fiel deshalb der Entscheid für die vollständige Selbstständigkeit und die Gründung einer GmbH. Dazu half Teilinhaber Josua Kaufmann. Ohne sein Wissen und Engagement wäre dies nie in dieser Form entstanden.
Mit dem Umbau der ehemaligen Räumlichkeiten des Nachtsterns entstand eine grössere Produktionsstätte. Lager, Büro, Labor und eine eigene Entwicklungsstation wurden eingerichtet. Damit verfügte das Unternehmen über die Infrastruktur, um Getränke nicht nur selbst zu entwickeln, sondern auch professionell herzustellen und abzufüllen.
Dazu halfen viele Personen mit. Ein wichtiger Baustein ist die Mithilfe von Stellvertreter Michael Glatthard, der Matthias Frank tatkräftig unterstützt.
Aus Frank’s Ingwer wird eine breite Produktwelt
Der Anspruch ist bis heute derselbe: Getränke sollen nicht einfach nur produziert werden – sie sollen geschmacklich überzeugen, innovativ sein und eine eigene Geschichte erzählen.
Aus dem ursprünglichen Ingwergetränk entwickelte sich deshalb mit der Zeit ein vielfältiges Sortiment. Dazu gehört unter anderem Frank’s Limone, die gleichzeitig einem Upcycling-Gedanken folgt. Nebenprodukte aus der Ingwerverarbeitung werden weiterverwendet, ebenso beispielsweise Bio-Zitronenschalen.
Auch die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern wurde immer wichtiger. So entstand gemeinsam mit der Simmentaler Bier Brauerei der FRANK’S ALPENRAUSCH, bei dem ebenfalls Reststoffe sinnvoll weiterverwendet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Kräutern und komplexen Geschmackskombinationen. Die Herausforderung besteht darin, viele unterschiedliche Aromen so miteinander zu verbinden, dass ein Getränk eine Geschichte erzählt und trotzdem harmonisch bleibt.
Wenn aus einer Produktion neue Möglichkeiten entstehen
Mit der Zeit wurde klar, dass die vorhandene Infrastruktur noch viele weitere Möglichkeiten bietet. Gerade weil das Geschäft mit alkoholischen Getränken im Sommer saisonbedingt ruhiger ist, entstand die Idee, die Produktionsmöglichkeiten auch für andere Produkte und Partner einzusetzen.
So kam unter anderem die Zusammenarbeit mit Nadja Flückiger und die Produktion für SAYA by Regiamo hinzu. Gemeinsam teilen sie die Produktionshalle und produzieren verschiedene erfrischende Huus Tees und Limos.
Auch Konzentrate und individuelle Getränkelösungen kamen hinzu.
Damit entwickelte sich das Unternehmen immer stärker zu einem Partner für andere Marken und Betriebe. Die eigene Stärke liegt dabei insbesondere in der Entwicklung und Produktion: Eine Idee kann gemeinsam ausgearbeitet, als Rezeptur entwickelt und anschliessend direkt produziert und abgefüllt werden.
Vom Kaffeeschnaps zum Ready-to-Drink-Cocktail
Auf dieser Basis entstanden Ready-to-Drink-Produkte – also fertig gemischte Cocktails, die direkt verkauft und konsumiert werden können. Die alkoholische Basis wird dabei bereits mit den weiteren Zutaten kombiniert.
Für die Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das ein unkompliziertes Cocktail-Erlebnis. Für die Partner wiederum bietet sich die Möglichkeit, einen fertig entwickelten und produzierten Drink anzubieten, ohne ihn selbst vor Ort herstellen zu müssen.
Genau diese Kombination aus Entwicklung, Flexibilität und eigener Produktion hat dazu geführt, dass das Netzwerk von Matthias Frank und seinem Unternehmen immer breiter geworden ist.
Eine besondere Verbindung zu Thun
Neben der Entwicklung von Produkten spielt auch die regionale Verbundenheit eine wichtige Rolle. Matthias Frank ist in Thun geboren und zur Schule gegangen. Deshalb lag es nahe, diese Verbindung auch in einem eigenen Produkt zum Ausdruck zu bringen.
So entstand der «Thun Meister Schnaps».
Dabei wollte man die Emotion rund um Thun und den Fussball aufgreifen, ohne bestehende Logos oder geschützte Marken zu verwenden. Die Etikette wurde deshalb vollständig selbst entwickelt.
«Wir wollten die Etikette so gestalten, dass wir niemandem zu nahekommen, aber trotzdem diese Emotion schaffen können, die mit Thun und dem Fussball verbunden ist.»
Auch bei diesem Produkt wurde auf die eigenen Werte gesetzt: Wenn immer möglich, arbeitet das Unternehmen mit lokalen Partnern zusammen und verwendet Zutaten aus der Region.
Der Erfolg kam schneller als erwartet. Insgesamt wurden 398 Flaschen produziert. Doch noch bevor die Meisterfeier überhaupt begonnen hatte, waren bereits sämtliche Flaschen verkauft.
«Thun Meister Schnaps – Mit viu Härzbluet handgmacht in Thun.»
Heute auch Partner internationaler Marken
Was einst mit einer selbst entwickelten Flasche Ingwergetränk für die Stammgäste einer Bar begann, hat mittlerweile eine ganz andere Dimension erreicht.
Heute arbeitet das Unternehmen auch mit grossen und international tätigen Partnern zusammen. Dazu gehört beispielsweise Pernod Ricard (Absolut Vodka), eines der weltweit grössten Spirituosenunternehmen.
Für den Schweizer Markt produziert Matthias Frank unter anderem Espresso Martini im Bag-in-Box-System. Das fertige Produkt kann über eine entsprechende Maschine ausgeschenkt werden. Pernod Ricard übernimmt die Abnahme und den anschliessenden schweizweiten Vertrieb.
Die Stärke liegt in der Entwicklung
Von Frank’s Ingwer über Limonaden, Kräutergetränke und Kaffee bis hin zu Kaffeeschnaps, Ready-to-Drink-Cocktails, Huus Tees und Limos, Konzentraten und individuellen Kundenprojekten: Das Unternehmen hat sich von einer kleinen Idee zu einem vielseitigen Produktions- und Entwicklungspartner entwickelt.
Dabei ist der Weg noch nicht zu Ende. Im Gegenteil: Matthias Frank sieht gerade in der Kombination aus Kreativität, Geschmack, Innovation und eigener Produktion die grösste Stärke.
Eine Idee aus der Bar wurde so zum Fundament eines Unternehmens, das heute nicht nur eigene Produkte entwickelt, sondern auch anderen Marken dabei hilft, aus einer Idee ein fertiges Getränk zu machen.
Text: Reto Schneider, RegioBeo
Foto: Matthias Frank














