Starke Reaktion nach schwierigem Start – Thun fordert Serienmeister Lugano
Der Rugby TV Thun ist mit einer 33:52-Niederlage gegen den amtierenden NLB-Meister RC Lugano in die neue Saison gestartet. Das Resultat fiel am Ende deutlich aus, doch insbesondere nach einem schwierigen Beginn zeigten die Berner Oberländer eine starke Reaktion und bewiesen, dass sie in der zweithöchsten Schweizer Liga durchaus mithalten können.
Der Start in die Partie verlief für den NLB-Aufsteiger allerdings alles andere als nach Wunsch. Die Gastgeber aus dem Tessin legten von Beginn weg ein enorm hohes Tempo vor und setzten Thun mit aggressiver Offensive und kraftvollen Runs unter Druck. Die Gäste aus dem Berner Oberland wirkten in der Verteidigung zunächst zu wenig organisiert, während auch die Tackles nicht konsequent genug gesetzt wurden. Der erfahrene Serienmeister nutzte dies eiskalt aus und legte bereits in den ersten 15 Minuten drei Versuche zum 19:0. Die Thuner liessen sich vom frühen Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen und fanden mit zunehmender Spieldauer besser in die Partie. Der Ball konnte nun länger in den eigenen Reihen gehalten werden und insbesondere mit Ball zeigte der Aufsteiger seine Qualitäten. Mehrere starke Phasen und gutes Zusammenspiel sorgten erstmals für Raum in der Tessiner Defensive. Adam Jones nutzte diesen schliesslich und erzielte den ersten Thuner Versuch der neuen NLB-Saison Nach einem groben High Tackle sah ein Lugano-Spieler zudem eine 20-Minuten-Rote Karte, wodurch die Thuner bis zur Pause in Überzahl agieren konnten. Kapital konnten die Gäste daraus allerdings nur bedingt schlagen. Zu häufig war man erneut mit Defensivarbeit beschäftigt und Lugano blieb mit seinen direkten, physischen Angriffen gefährlich. Zwei weitere Versuche der Tessiner sorgten für den deutlichen Pausenstand von 33:7.
Starke zweite Halbzeit der Berner Oberländer
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ganz anderes Bild. Thun erwischte einen Blitzstart, eroberte direkt nach dem Kick-off den Ball und setzte Lugano sofort unter Druck. Nach einem kurz gespielten Lineout war es Hooker Danilo Schober, der sich durchsetzen und zum zweiten Thuner Versuch des Tages ablegen konnte. Spätestens jetzt war der Aufsteiger in der NLB angekommen. Die Partie gestaltete sich deutlich ausgeglichener und Thun konnte den Meister immer wieder mit schnellen Angriffen und mehreren guten Phasen unter Druck setzen. Zunächst war es allerdings Lugano, das seine Stärke im Paket ausspielte und nach einem Maul auf 38:14 erhöhte. Die Antwort der Gäste folgte wenig später. Nach mehreren schnellen Phasen fand Thun erneut die Lücke in der Tessiner Defensive. Jonathan Schoch krönte eine starke Angriffssequenz und erzielte gleich in seinem ersten Spiel für den Rugby TV Thun seinen ersten Versuch im Thuner Trikot. Lugano zeigte danach jedoch, weshalb die Mannschaft seit Jahren zu den stärksten Teams der Liga gehört. Innerhalb von rund zehn Minuten gelangen den Tessinern zwei weitere Versuche. In einigen Situationen reagierte die Thuner Defensive einen Moment zu spät und konnte der Physis der Gastgeber nicht genügend entgegensetzen.
Die letzten 20 Minuten gehörten dafür nochmals den Berner Oberländern. Trotz des deutlichen Rückstands steckte das Team nicht auf, spielte mit viel Freude weiter nach vorne und wurde dafür belohnt. Nach einem sehenswerten Spielzug der Backline konnte der eingewechselte Flügel Nico Kyburz in die gegnerische Endzone einlaufen. Es war der vierte Thuner Versuch des Tages – und damit gleichzeitig der wichtige Offensiv-Bonuspunkt. Auch danach liessen die Kräfte beim Aufsteiger nicht nach. Im Gegenteil: Mit mehreren starken Phasen und einer guten Fitness gelang es den Thunern, den Serienmeister in der Schlussphase nochmals unter Druck zu setzen. Praktisch mit dem Schlusspfiff fand der Ball schliesslich den ebenfalls eingewechselten Center Mike Koller, der den fünften Thuner Versuch zum 33:52-Schlussresultat erzielte.
So blieb am Ende zwar eine Niederlage zum Saisonauftakt, gleichzeitig aber auch viel Positives. Nach dem schwierigen Start steigerte sich Thun deutlich und konnte die zweite Halbzeit gegen den amtierenden Meister sogar für sich entscheiden. Fünf eigene Versuche und ein Offensiv-Bonuspunkt zeigen zudem, dass sich die Thuner auch eine Liga höher keineswegs verstecken müssen. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet auf den Rugby TV Thun ein erster Saisonhöhepunkt: Im Berner Derby treffen die Oberländer auswärts auf den RC Bern.
Quelle und Fotos: Rugby TV Thun
Defensivarbeit, wie hier kurz vor der eigenen Trylinie, hatten die Berner Oberländer zu genüge
Eines der vielen umkämpften Lineouts














